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26. August 2019

Ratsantrag für ein zusätzliches „Immobilien-Verträglichkeitsgutachten“ zum geplanten FOC, zu möglichen Auswirkungen auf die zukünftige Bewertung, bzw. die Wertentwicklung/Vermietbarkeit von Werler Wohn- und Gewerbeimmobilien.


Ratsfraktion: Die Werler Protestwähler (WP!)                                               29.09.2014

Olakenweg 8

59457 Werl

 

 

Bürgermeister der Stadt Werl

Hedwig Dransfeldstraße 23-23a

59457 Werl

 

 

 

 

Antrag in den Rat der Stadt Werl

 

Sehr geehrter Bürgermeister Grossmann,

verursacht ein „FOC“ , bzw. bereits dessen Planung, unter Umständen gewaltige Werteinbußen bei Teilen der bestehenden Werler Wohn- und Gewerbeimmobilien?

Ratsantrag für ein zusätzliches „Immobilien-Verträglichkeitsgutachten“ zum geplanten FOC, zu möglichen Auswirkungen auf die zukünftige Bewertung, bzw. die Wertentwicklung/Vermietbarkeit von Werler Wohn- und Gewerbeimmobilien.

 

 

Begründung:

Ein FOC löst – laut dem bereits vorliegenden Verträglichkeitsgutachten – u.U. nicht unerhebliche, negative „Umsatzumverteilungseffekte“ im Bereich des (örtlichen) Einzelhandels aus. Neben diesen Aspekten des Einzelhandels, glaubt die Ratsfraktion der Werler Protestwähler(WP), dass die Errichtung eines derartigen FOC auch schwerwiegende Auswirkungen auf den Wert, bzw. die mittelfristige Bewertung/Vermietbarkeit von Teilen des privaten Werler Immobilienbestandes, besonders im Werler Westen, Süden und Stadtmitte, haben könnte? Wie wird sich wohl die Ansiedlung eines derartig gewaltigen Handelskomplexes auf den Wert, bzw. die Lageattraktivität vieler Immobilien im direkt angrenzenden Nahbereich eines solchen FOC-Planungsareals auswirken? Wird es hier, z. Bsp. am Rande des Werler Westens, dann zu gravierenden Wertminderungen bei Immobilien kommen, etwa weil potentielle Immobilieninteressenten von PKW-Strömen, Krach oder einem riesigen, „nacht-leuchtenden“ Werbepylon massiv abgeschreckt werden? Was ist das überhaupt für eine Umgangsart einer Kommune mit Bürgern, wenn Bürger ihre Wohnhäuser gutgläubig am Rande einer ursprünglich nur für Landwirtschaft ausgewiesenen Fläche errichten und dann wird plötzlich ein riesiges „Großhandelszentrum“ dort geplant?

 

Wird die exorbitante Werler Grundsteuer, die aus steuerrechtlicher Sicht besonders Immobilien jüngerer Datierung betrifft, sich in den betroffenen Wohngebieten – durch die geplante Ansiedlung/Planung eines „FOC“- und zusätzlich in Verbindung mit einer in Zukunft relativ schnell sinkenden Bevölkerung, dann zu einer regelrechten Negativspirale bei dem Wert, bzw. der Veräußerbarkeit der dort befindlichen Häuser, auf-multiplizieren/potenzieren?

 

Oder was wird mit den entsprechenden Gewerbeimmobilien/Geschäftsinvestitionen in der Werler Innenstadt werden, etwa wenn die in dem bereits vorliegenden Gutachten erwähnten Umsatzumverteilungseffekte tatsächlich auch eintreten? Werden dann, wenn noch wesentlich mehr Gewerbeimmobilien in der Werler Innenstadt veröden und leerstehen sollten, viele dieser Immobilien quasi unverkäuflich, bzw. unvermietbar und somit für die Eigentümer unwirtschaftlich/wertlos?

 

 

(Anmerkung: Wann werden Kommunalpolitiker endlich begreifen, dass künstlich geschaffene, kleine oder große „Parallelinnenstädte“, in Form von „Shopping-Centern“, „Einkaufsgalerien“, Versorgungscentern „Foc`s“.. , aus volkswirtschaftlicher Sicht,

angesichts einer real sinkenden Kaufkraft, angesichts des immer schneller wachsenden Internethandels, angesichts einer relativen Marktsättigung und eines demnächst immer massiver einsetzenden Bevölkerungsschwundes,

lediglich nur noch zu Umverteilungseffekten beim Umsatz/Gewinn führen und somit gewachsene Strukturen der Innenstädte quasi nur noch für das Kapitalrenditeinteresse von „Investoren“, Handelsketten und Konzernen, nachhaltig und unumkehrbar aufgegeben und ökonomisch zerstört werden!

Das andauernde „Gerede“ von möglichen Synergien solcher Großkaufanlagen ist, aus Sicht der WP, durch die traurige Realität vieler, immer mehr verödender Innenstädte, bereits hundertfach in Deutschland widerlegt! Politik sollte besser verstehen, dass reales Wirtschaftswachstum in Wahrheit begrenzt ist (siehe aktuell z.Bsp. auch die groteske „Eurorettung“, die in Wahrheit -trotz Geldmengenexplosion- kein reales Wachstum mehr erzeugen kann und somit lediglich zu immer astronomischeren Bürgschaften und Staatsverschuldungen führt!) und besonders nach einer relativen Marktsättigung nicht noch immer weiter „Umverteilungsunfug“ auf Kosten der „Kleinen“ und der natürlich gewachsenen Strukturen betrieben werden darf, damit Städte am Ende nicht komplett ausbluten, veröden!

Ein Euro kann vom Konsumenten, analog hierzu, in Wahrheit auch nur einmal ausgegeben werden. Besonders eine Kleinstadt wie Werl hätte sich darum, aus Sicht der WP, wohl besser und bereits vor sehr langer Zeit, gegen jede weitere Form von Handelskonzentrationen oder „Nebensortimentserweiterungen“, auch von Anbietern auf der „grünen Wiese“ und „Discountern“, wehren müssen , Hier wurden bereits allerschwerste und (fast) irreversible Fehler in einem katastrophalen Ausmaß gemacht, das traurige Ergebnis kann man heute „eindrucksvoll“ an den vielen Leerständen und einer immer weiter voranschreitenden Verödung in der gesamten Werler Innenstadt ablesen! Eine verödende Innenstadt ist nichts anderes, als der ganz offensichtliche Beleg für eine bereits komplett gescheiterte Stadtentwicklung. Eine weitere „FOC-Planung“ ist , nach Meinung unserer Fraktion, somit lediglich noch ein weiterer Schritt in die totale Selbstaufgabe dieser Stadt, bestenfalls noch eine Art blinde Flucht nach vorne, weil man bereits (auch!) allerschwerste Stadtentwicklungsfehler begangen hat, die man sich nun außer Stande sieht, zu lösen! Was gedenkt die Werler Politik/Bürgermeister übrigens gegen die bereits vorhandene Verödung der Werler Innenstadt aktuell zu unternehmen? Will man jetzt in Werl etwa die nächsten Jahre nur noch nach dem Prinzip der falschen „ FOC-Synergie-Hoffnung “ agieren ? Mit dieser Art von Politik wird Werl leider keine „Zukunft“ haben!)

 

 

Oder wie werden sich zusätzliche, massive PKW-Ströme auf den Wert der Immobilien in Nähe der neuen B1-Umgehungsstraße im Werler Süden auswirken, etwa wenn sich einmal herumgesprochen hat, dass es an der Autobahnabfahrt Werl Zentrum ständig in den Hauptverkehrszeiten zu massiven PKW-Rückstauungen vor den Ampelanlagen kommt und dann immer mehr FOC – Kunden /Anlieger lieber den direkten Weg über die Bundesstraße 1, bzw. die neue Autobahnabfahrt „Neheimer Straße“ wählen? Gibt es dann besonders in den späten Nachmittagszeiten und zum Wochenende (Freitag Nachmittag, Samstag und verkaufsoffener Sonntag) dort eine massive Belästigung durch PKW-Ströme, Staus und Abgase, so dass dann die dort befindlichen Immobilien im Werler Süden auch massiv an Attraktivität verlieren? Das Argument, die Auslastung/Frequentierung der jetzigen B1-Umgehung sei ja ohnehin weit unter der geplanten Auslastung, dieses Argument dürfte für die betroffenen Anwohner im Werler Süden dann wohl kaum ein Trost sein?

 

 

Der Gesamtfragekomplex ist sicherlich differenziert zu betrachten, eine weitere Planung eines derartigen FOC sollte jedoch nicht mögliche Auswirkungen auf den Werler Immobilienmarkt, bzw. weitere, schwerwiegende Vermögensschäden bei Werler Immobilieneigentümern und Geschäftsinhabern, außer Acht lassen! Da es hier, ganz abgesehen von möglichen, gravierenden Beeinträchtigungen der Lebens- und Wohnqualität, auch um hochwertige Millionenliegenschaften/Geschäftsinvestitionen der Werler Bürgerschaft geht, sollte ein entsprechendes, völlig unabhängiges Immobilien-Wertentwicklungsgutachten, umgehend vom Werler Stadtrat auf den Weg gebracht werden, denn genau wie bei dem „Fall“ der Werler Grundsteuer, können die Bürger nicht einfach mal ihre Häuser/Geschäfte aus Werl wegschieben, wenn sich dann herausstellt, dass Werler „Politik“ nur wieder einen weiteren, schweren Fehler ( z. Bsp. wie bei der städtischen Überschuldung mit rund 170 Mio. Euro, einer massiven, regionalen Kaufkraftvernichtung durch eine unfassbare Grundsteuerverdopplung etc ……………………………………….) angerichtet hat. Möglichen Chancen eines FOC sollten die tatsächlichen, möglichen Risiken umgehend und wesentlich kritischer entgegengestellt werden. Die Zeiten einer eher unkritischen Bewertung einer FOC-Ansiedlung sollten eigentlich, zumindest nach Bekanntwerden des aktuellen „Handels-Verträglichkeitsgutachtens“, auch in Werl besser vorbei sein.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

 

 

Matthias Fischer, Dipl.-Soz.Päd.(FH), Dipl.-Soz.Arb.(FH)

Ratsfraktion – Die Werler Protestwähler! (WP!)

Eine Antwort “Ratsantrag für ein zusätzliches „Immobilien-Verträglichkeitsgutachten“ zum geplanten FOC, zu möglichen Auswirkungen auf die zukünftige Bewertung, bzw. die Wertentwicklung/Vermietbarkeit von Werler Wohn- und Gewerbeimmobilien.”

  1. Werl will kein FOC!
    12. Oktober 2014 am 08:24

    Der Kommentar (im Soester Anzeiger) des IHK-Handelsexperten Thomas Frye, wonach sich besonders Werl extreme Probleme mit einem FOC schafft ist der Knaller! Hier werden dann auch mal realistische Zahlen genannt, falls so ein FOC überhaupt kommen könnte! (Falls die Stadt überhaupt ihre Klagen gewinnt – so ab 2020!)
    Das hier wieder der Rat + Bürgermeister völlig blind rumposaunt/zugestimmt haben, ohne überhaupt zu wissen, wovon man posaunte, einfach nur noch peinlich! Die Stimmung scheint jedenfalls wohl langsam in Werl zu kippen… und der „geniale“ Bürgermeister vergisst wohl nur zu gerne, dass er nur noch von gut 20 Prozent der stimmberechtigten Bürger/innen bei der entscheidenden Wahl gewählt wurde? Hätte die SPD hier einen auch nur annähernd „unverbraucht-guten“ Mann gehabt, dann säße heute jemand anderes im Rathaus.. und das wissen die, die es betrifft! Wenn sich hier nicht bald was ändert, dann wird Werl die NO-FUTURE-STADT – NO.1

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